Eine bestürzende Nachricht erreichte die HEPHAISTOS-Redaktion von Peter Brunner: Franz Mayr von der Alten Hammerschmiede in Bergen ist verstorben. Wir lassen seinen Kollegen und Freund Peter Brunner selbst zu Wort kommen, auf dessen „Hammer In“-Schmiedetreffen Franz Mayr ein lieb gewonnener Gast war.

„Am 26. September hat der Franz seinen langen Kampf gegen den Krebs verloren! Mit ihm haben wir nicht nur einen großen Meister verloren, der sich sein Leben lang für das Handwerk stark gemacht und es unheimlich beeinflusst hat.

Wir haben auch den Verlust eines großartigen Menschen zu betrauern, der sich immer für gute Dinge eingesetzt hat, immer ein sehr guter Freund war und immer da war, wenn man ihn gebraucht hat. Und das sogar, wenn es ihm gesundheitlich auch noch so schlecht ging.

Mit ihm ist für mich ein wirklich, wirklich guter Freund, Lehrer und Meister gegangen, der eine unersetzbare Lücke in meinem Leben hinterlässt!

Franz wird am 12. Oktober um 13 Uhr im Friedwald Pappenheim bei Treuchtlingen beigesetzt.

Wer ihm seine letzte Ehre erweisen möchte, wird gebeten, keine Blumen, Gestecke oder einen Kranz zur Andacht niederzulegen,
da dies im Friedwald nicht gestattet ist. Stattdessen wird es die Möglichkeit geben, dort eine Trauerkarte abzulegen - in die,
wer möchte, etwas Geld stecken kann, das dem Trauerhaus zu Gute kommt.

Winni hat mir dazu explizit geschrieben, dass dies kein Muss ist, da sie weiß, dass viele Schmiede oft knapp bei Kasse sind.

Außerdem hat sie mir geschrieben, dass Sie sich wirklich über jeden freut, der auf dem letzten Weg vom Franz dabei sein möchte - egal ob mit oder ohne den schnöden Mammon.

Wenn Ihr also noch jemanden kennt, der ihm nahe stand, würde ich Euch bitten, die traurige Nachricht weiterzugeben.

In Trauer

Peter
In der Schmiede 2
Franz Mayr

Nachruf Günter Weber

Plötzlich und unerwartet starb am letzten Freitag der Schmied und Metallgestalter Günter Weber aus Kreuztal bei Siegen im Alter von 78 Jahren. Günter Weber hat viele Jahre aktiv die internationale Schmiedeszene belebt. Noch vor vier Wochen stand er am Amboss. Weber legte 1967 die Prüfung als Schmiede- und Schlossermeister ab. Später folgte der Restaurator im Schmiedehandwerk. In seiner Vita reihen sich dicht an dicht viele Beteiligungen an regionalen und internationalen Ausstellungen. Er war mehrfach Teilnehmer beim größten Treffen der Schmiede auf Burg Helfstyn/Tschechei. Dort war er 1999 sogar geladener Gast im Schmiedeforum. Die Arbeit, die er damals geschaffen hat, ist noch heute auf der Burg zu bewundern.

Man kann Günter ohne zu übertreiben als Reisenden in Sachen Metallgestaltung bezeichnen. Er war auf Veranstaltungen in Ungarn, Österreich, der Tschechischen Republik, Italien, den Niederlanden und Belgien aktiv und passiv dabei. Viel öffentliche Aufmerksamkeit bekam er, als er 1998 in Baiersbronn zusammen mit Kollegen die größte Sense der Welt schmiedete (vier Meter hoch, 150 Kilo schwer). Bei seinen vielen Reisen erlangte er natürlich auch große Bekanntheit in der internationalen Szene. Die wohl größte und umfangreichste Schmiedearbeit aus seinem Betrieb war die zweistöckige klassische Galerietreppe im Berliner Hotel Ritz. Seine Schmiede in Kreuztal wird von seinen beiden Söhnen weitergeführt – mit denen zusammen er noch vor Kurzem gearbeitet hat.

Weber war einer der Gründungsmitglieder im Internationalen Fachverband der Schmiede e.V. (IFGS). Er war bei der ersten IFGS-Ausstellung in Ulm 1995 dabei und blieb auch bei den weiteren IFGS-Ausstellungen zwei Jahrzehnte treuer Mitwirkender. Zeitweise fungierte Günter als Beirat auch im Vorstand des IFGS.

Hervorragend integriert – nur die Lehrstelle fehlt noch

Seit zweieinhalb Jahren lebt Yadolah Jahani, 29, in Deutschland. Der engagierte junge Mann aus dem Iran spricht sehr gut Deutsch, hat die Berufsschule mit besten Zeugnisnoten abgeschlossen und hier bereits in verschiedenen Handwerksberufen Erfahrungen gesammelt – darunter auch die Metallgestaltung.

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GRASSIMESSE in Leipzig – 100 Künstler, Designer und Kunsthandwerker

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Ihre einfach geschmiedeten Gartengeräte
bringt Leserin Angela Schönewald mit

Foto: Angela Schönewald

Für die Teilnahme an der vom 26. bis 28. Oktober stattfindenden GRASSIMESSE im Leipziger GRASSI Museum für Angewandte Kunst haben sich 220 Designer, Künstler, Kunsthandwerker, Künstlergemeinschaften und Absolventen aus 14 Ländern beworben. Eine Fachjury hat schließlich insgesamt 100 Aussteller aus Südkorea, Italien, Österreich, den Niederlanden und Deutschland ausgewählt. Ein Dauer-Tipp auch für Metallgestalter, die für sich die Werbetrommel rühren wollen.

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walter still 

Er war kein ruhiger Zeitgenosse. Immer voller Tatendrang, ein Kämpfer eben. Mit nur 63 Jahren hat er nun seinen letzten Kampf gegen eine heimtückische Krankheit verloren. Am 13. August verstarb Walter Still, Mitbegründer der Biennale von Kolbermoor, Fachgruppenleiter Metallgestaltung in Bayern, Triebfeder für die den Leistungswettbewerb Gute Form, Forscher und Dokumentar in Stilkunde, Gründer der privaten Lehreinrichtung „Internationale Akademie für Kunstgeschichte und Gestaltung“ (AISAF) in Stia in der Toskana und Fachbeirat im Ring der Europäischen Schmiedestädte. Er hat diese vielen Aufgaben nicht gesammelt, er hat sich für sie eingesetzt und für sie gelebt. Er konnte unbequem sein, wenn er etwas durchsetzen wollte.

Als Autodidakt hat er sich in die Metallgestaltung hineingearbeitet, sich fortgebildet und durch Besuche von Schmiedeveranstaltungen wertvolle Erkenntnisse dazugewonnen.

Im Team mit dem Wolfratshauser Kunstschmied Tom Carstens schaffte Walter Still bei der Weltmeisterschaft der Schmiede in Stia/Toskana einen dritten Platz und später den Titel „Vizeweltmeister“. In dem Toskanastädtchen Pratovecchio-Stia erinnert eine große Kreisverkehr-Skulptur an ihren Schöpfer Walter Still.

Walter Still setzte sich viele Jahre für die Ausbildung und die Anerkennung der Metallgestaltung ein. Es ist ihm mit zu verdanken, dass die besten Lehrlingsarbeiten auf der Handwerksmesse in München einem großen Publikum gezeigt werden können.

In der Ausgabe 5/2018 von HEPHAISTOS, die Anfang September erscheint, berichten wir über folgende Themen:

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  • »Wer nichts tut, wird nichts verändern« - Kreativ, sozial, berührend: Biennale in Kolbermoor
  • Friedensbotschaft in Metall: Alfred-Habermann-Gedächtnis-Preis 2018
  • Gastgeschenke aus der Schule: Preise im Danner-Klassenwettbewerb
  • Im Zentrum steht das Wort: Modern gestaltetes Metall in Gotteshäusern
  • Mehr Bewusstsein für kulturelles Erbe: BathIRON lockt 7000 Menschen an
  • Einfallsreich gestaltetes Metall: Gewebe aus Stahl
  • Andenken an ein mühsames Gewerbe: Fast jedes zweite Haus war hier eine Nagelstube
  • Anspruchsvolle Vorgaben: Schauschmiedewettbewerb beim »Ferraculum« in Ybbsitz
  • Ein Kommentar: Die Sanierung der St.-Hedwig-Kathedrale betrifft Metallgestaltung
  • (Er)lebe deinen Traum: Hier findet jeder Mensch »sein« Handwerk

Weitere Inhalte der neuen Ausgabe lesen Sie hier!

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Zum internationalen Frauentag am 8. März 2019 veranstaltet The Maritime Blacksmiths Association, Canada, eine Feier. Als Teil davon wollen sie eine "Virtuelle Gallerie" mit Arbeiten von Schmiedinnen aus der ganzen Welt zusammenstellen.

Jeder Künstler ist herzlich eingeladen, eingerecht werden sollen:

  • Ein Foto der Schmiedin - wenn möglich am Amboss
  • Drei bist vier Fotos einiger Arbeiten
  • Der Name der Schmiede sowie deren Standort
  • Ein kurzer Absatz darüber wie und warum man Schmied wurde

Die Fotos sollten eine Auflösung von mindestens 300 dpi haben.

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